Sport an der FvS - Facharbeit Doping - Illegale pharmazeutische Mittel

2. Illegale pharmazeutische Mittel

       I.      Stimulantien:

a.       Theoretische Grundlage und die Anwendung

Stimulantien sind Substanzen, die die funktionellen Fähigkeiten steigern. Demnach kann jede Substanz, die die Leistung im Sport effektiv steigert, ein Stimulantium sein. Die bekanntesten Stimulantien sind: Koffein, Amphetamin, Ephedrin (in Schnupfensprays) und Kokain.

Die Anwendung von Stimulantien ist einfach. Jeder von uns hat sie schon genommen in Form von Kaffee, Coca Cola, Nasenspray und auch „Wick Medinait“. Generell sind sie in vielen Medikamenten enthalten. Wegen der Einnahme von Ephedrin wurden die Fußballprofis Roland Wolfarth und Diego Maradona gesperrt.

Die pharmazeutische Industrie hat viele Präparate entwickelt. Viele Substanzen haben nur eine lokale Wirkung, wie zum Beispiel Digitalis. Es ist ein herzstimulierendes Mittel, was die Kontraktionskraft des Herzens verstärkt.

 

Es gibt auch Stimulantien, die im ganzen Körper eine psychische und eine physiologische Wirkung haben. Amphetamine und Koffein setzten psychische Energie frei. Diese Energie kann die Erregbarkeit, die Aufmerksamkeit, die Konzentration, die Motivation und das Selbstbewusstsein erhöhen. Für einen Tennisspieler kann dies Vorteile mit sich bringen. Er kann sich im 5. Satz noch konzentrieren und einen besseren und schnelleren Return spielen. Es ist klar, dass das nicht in jedem Sport positiv ist. Für einen Schützen beispielsweise: Eine übermäßige Erregung kann die Muskeln zum Zittern bringen. Diese Art des Dopings kann also nur für bestimmte sportliche Disziplinen einen wirklichen Sinn haben.

Während körperlicher Belastung wird Adrenalin im Körper freigesetzt, was sich durch das Blut in alle Körpergewebe transportiert wird. Adrenalin hat wichtige Eigenschaften für die Energieversorgung des Körpers. Es erleichtert die kontraktilen Prozesse in den Muskeln, die Vergrößerung der Bronchien, die die Lunge mit Atemluft versogen, die Steigerung der vom Herzen transportierten Blutmenge, bessere Durchblutung der Muskulatur und vermehrte Bereitstellung von Glukose und freien Fettsäuren im Blut als potentielle Energiequellen. Viele Stimulantien imitieren diese natürliche Aktivität des Adrenalins und haben dadurch eine physiologische Auswirkung auf den Körper.

 

b.       Auswirkungen auf die Gesundheit und andere Nebenwirkungen

 Einige Sportler schwören auf die stimulierende Wirkung von Nikotin und rauchen vor dem Wettkampf noch eine Zigarette. Diese Zigarette hat allerdings Nebenwirkungen, wie Verkleinerung der Bronchien und Erhöhung des Atemwiderstandes. Es ist nicht bewiesen, ob diese Nebenwirkungen von dem Nikotin hervorgerufen werden oder von anderen Bestandteilen der Zigarette. Marihuana ist ähnlich. Es erhöht die Adrenalinausschüttung und damit die Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenz, aber Studien haben bewiesen, dass die Ausdauerleistung und die Feinmotorik herabgesetzt wurde.

Amphetamine erhöhen den Harnausstoß, steigern die Körpertemperatur, sie hemmen die Hautdurchblutung und damit die Wärmeabgabe und sie stören die Funktion des Hypothalamus im Rahmen der Temperaturregelung, was einem Hitzeschlag oder anderen schweren Hitzeschäden führen kann. Des weiteren überdecken sie Ermüdungserscheinungen, was dazu führt, dass der Sportler über seine normalen Grenzen hinausgeht. Dazu kommt, dass Amphetamine das Muskelzittern und die Angstwerte erhöhen, was die Leistungsfähigkeit in Sportarten, bei denen feinmotorische Steuerungen eine Rolle spielen, herabsetzten. In hohen Dosen können Amphetamine sogar tödlich sein.

 

c.       Rechtliche Aspekte

 Da Koffein in vielen Lebensmitteln enthalten ist, ist es in begrenzten Mengen vom IOC erlaubt. Die Grenze liegt bei 15 mg/ml Urin. Dies bedeutet zum Beispiel, dass ein 70 kg schwerer Sportler 630 mg Koffein konsumieren darf.

 

Ungefährer Koffeingehalt weitverbreiteter Getränke und Tabletten[1]

1 Tasse aufgebrühter Kaffee

100 bis 125 mg

1 Tasse koffeinfreier Kaffee

3 bis 5 mg

1 Tasse Tee (nach mittellangem Ziehen)

50 bis 70 mg

1 Tasse Kakao

10 bis 15 mg

1 Glas Coca-Cola

45 bis 65 mg

Aspirin- Tablette

15 bis 35 mg

No-Doz- Tablette (Anregungsmittel)

100 mg

 

Es ist nachgewiesen, dass Nikotin keine leistungssteigernde Wirkung auf den Körper hat. Marihuana hat sogar eine leistungshemmende Wirkung, es schadet dem Körper nachweislich. Dazu kommen bewiesene langfristige Gesundheitsrisiken, wie zum Beispiel verschiedene Krebsformen. Daher ist es interessant, dass der Marihuanagenuss vom IOC und dem USOC (US Amerikanisches Olympisches Komitee) nicht offiziell verboten ist.

 

Amphetamine und Ephedrin sind medizinisch gerechtfertigt wie zum Beispiel zur Behandlung von Schlafstörungen (Amphetamine) und von Asthma (Ephedrin). Doch diese Mittel sind vom IOC verboten. In bestimmten Fällen von schwerwiegenden Erkrankungen kann das IOC die Anwendung dieser verboten Medikamente erlauben, um die Beschwerden des Sportlers zu lindern oder zu kontrollieren.

 

   II.      Sedativa:

a.       Theoretische Grundlage und die Anwendung

 Sedativa sind das Gegenteil von Stimulantien. Sie wirken hemmend und setzten bestimmte Körperfunktionen herab. Um es genauer zu sagen, sie senken die funktionale Aktivität des Zentralnervensystems oder anderer Körpersysteme. Es gibt eine große Reihe von Pharmaka, die als Sedativa eingestuft werden können, wie z.B. Alkohol, Morphin, Tranquilizer und Betablocker. In technischer Hinsicht gelten Betablocker nicht als Sedativa, doch sie wirken hemmend auf das kardiovaskuläre System, indem sie die Herzfrequenz und den Blutdruck senken. Dies ist auf doppelte Weise sehr beliebt bei Schützen. Denn 1. verhelfen sie dem Schützen zu einer ruhigen Hand, weil sie das Muskelzittern reduzieren und 2. senken sie die Herzfrequenz, was dem Schützen mehr Zeit gibt zwischen den einzelnen Herzschlägen zu feuern.

Morphin hingegen hemmt die Aktivität des kompletten Nervensystem und wird als echtes Sedativum angesehen. Wie auch Tranquilizer erzeugt es einen Zustand der Entspannung. Aspirin ist ein schwaches Analgetikum und wirkt daher schmerzlindernd.

Es gibt noch weiter Anwendungsgründe für Sedativa. Zum einen das schon genannte Reduzieren der Angst und damit des Muskelzitterns während Wettkämpfen, was außer Schützen auch Balletttänzer, Skispringer und Eiskunstläufer nutzen. Zweitens setzten verschiedene Sedativa die Schmerzempfindlichkeit während Belastungen herab. Dies hat wiederum eine stimulierende Wirkung, denn es steigert die Leistungsfähigkeit des Sportlers.

 

b.       Wirkung auf den Körper

In der Vergangenheit wurden Untersuchungen über die Wirkung von Alkohol, schwachen Tranquilizern und vereinzelt Betablockern angestellt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in zwei Bereiche zu teilen. Zum einen die Wirkung der Sedativa auf die sportliche Leistung und zum anderen auf Untersuchungen, die speziell für Schützen relevant sind (wie bereits in 2.II.a. erläutert).

Zu der physiologischen, psychomotorischen und leistungsrelevanten Auswirkung von Alkohol und schwachen Tranquilizer kann man sagen, dass sie die Reaktions- und Leistungsfähigkeit herabsetzen. Bei höherer Dosierung können sie sich auch negativ auf Gleichgewichtssinn und Hand- Auge- Koordination auswirken. Zusammenfassend gesagt, gibt es Hunderte von Untersuchungen, die belegen, dass Alkohol und schwache Tranquilizer die körperliche Leistungsfähigkeit herabsetzen, speziell bei Sportarten in denen man sich schnell auf Situationen einstellen und Entscheidungen treffen muss. Allerdings haben diese Sedativa keinerlei Auswirkungen auf physiologische Funktionen, wie z.B. Lungenventilation, Herzminutenvolumen, Herzfrequenz, Bereitstellung von Glucose und freien Fettsäuren, Blutlacktatwert und maximale Sauerstoffaufnahme. Diese Leistungen werden im Gegensatz zu den psychomotorischen Bereich nicht verschlechtert, aber auch nicht verbessert.

Andererseits können Betablocker die aerobe Ausdauerleistung negativ beeinflussen. Sie wirken verschiedenen im Körper vorhandenen Wirkstoffen, wie Adrenalin und Noraadrenalin, entgegen und setzten dadurch die physiologische Leistung des Körpers herab.

Es gab eine Zeit in der Sportler ihrem gegnerischen Boxer, Rennpferd oder Windhund Sedativa verabreicht haben. Denn unter Doping verstand man auch Leistungsminderung des Gegners.

 

c.       Nebenwirkungen und rechtliche Aspekte

Sedativa werden oft von Sportlern genommen, die trotz einer Verletzung an einem Wettkampf teilnehmen wollen. Dies kann aber zu schweren Schäden führen, weshalb die meisten Sedativa von dem IOC verboten sind.

Da viele Sportler zu sozialen Anlässen Alkohol zu sich nehmen ist dieser in gewissen Maßen erlaubt. Nach einem Wettkampf sollte man auf den Alkoholgenuss verzichten, denn dieser, speziell Bier, wirkt dehydrierend, was schwere Hitzeschäden mit sich bringen kann. Auch verschiedene Betablocker sind vom IOC für Sportler mit hohem Blutdruck freigegeben.

Man muss aber auch ganz klar sagen, dass Sedativa, wie Aspirin, schwache Tranquilizer und Morphin in der Medizin, die beabsichtigte Funktion in einer angemessenen Dosis erfüllen. Sie können allerdings auch alle bei einer Überdosis tödliche Folgen haben.

 

   III.  Diuretika:

a.       Theoretische Grundlage und die Anwendung

Diuretika sind Substanzen, die die Ausscheidung von Urin fördern. Sie erreichen dies auf zwei Wegen. Zum einen in dem sie die Durchblutung der Nieren fördern und damit die Filtrationsrate erhöhen und zum anderen indem sie die Absorption von Flüssigkeit in Nebennierenkanal herabsetzen. Medizinischer Hintergrund der Anwendung von Diuretika ist es den Blutdruck zu senken.

Diuretika sind nicht direkt leistungsfördernd. Sportler nehmen Diuretika aus zwei Gründen: Einer ist die Erschwerung des Nachweisens von illegal eingenommenen pharmazeutischen Präparaten. Wegen der Fähigkeit von Diuretika, die Urinproduktion und –ausscheidung zu erhöhen, erhoffen sich viele Sportler die verbotenen Substanzen vor einem Urintest auszuscheiden. Der zweite Grund Diuretika einzusetzen ist der Gewichtsverlust von 3% und mehr, auf Grund der entwässernden Wirkung. Dieser Nutzen ist sehr Vorteilhaft für Boxer, Ringer und Judoka, wenn sie sich für eine Gewichtsklasse qualifizieren wollen. Bei Turnern, Jockeys und Hochspringern wirkt sich vermindertes Gewicht auch positiv auf ihre Leistung aus.

 

b.       Auswirkungen auf den Körper

Die wichtigste Wirkung ist der schon genannte Gewichtsverlust. Für die betroffenen Sportler zählt jedes Pfund was sie weniger haben.

Durch Forschungsergebnisse wurden folgende Erkenntnisse gewonnen. Zum einen, dass der Gewichtsverlust auf Wasserverlust beruht. Des weiteren haben Diuretika keine negative Auswirkungen auf Kraft und Schnellkraft, im Gegenteil bei Sportarten, die durch kurze intensive Belastungen geprägt sind, haben sie eher leistungsfördernd gewirkt. Ein weiteres Forschungsergebnis ist eine von der Dehydratation verursachte Abnahme des Blutplasmavolumens. Dieses verringerte Plasmavolumen verschlechtert die kardiovaskulären Funktionen in Form der Abnahme des Schlagvolumens. Obwohl keine Reduzierung der maximalen Sauerstoffaufnahme festgestellt wurde, liegt eine Verringerung der Ausdauerleistung vor. Im geschilderten Versuch war ein Ausdauersportler in einem 1,5-km-Rennen 8 Sekunden langsamer, in einem 5-km-Rennen 78 Sekunden langsamer und in einem 10-km-Rennen 157 Sekunde langsamer[2].

Zu den Auswirkungen der Dehydratation durch Diuretika gilt das in Kapitel 2.I.b. genannte. Außerdem werden bei der Einnahme von Diuretika dem Körper Elektrolyte wie Kalium entzogen. Dies kann zu einer zu niedrigen Kaliumkonzentration und zu gestörten neurologischen Funktionen führen. Symptome dafür sind Muskelschwäche bis hin zur Störung der normalen Herzfunktion sowie Herzversagen.

 

c.       Rechtliche Aspekte

Diuretika sind generell vom IOC verboten. Ein Grund ist der illegale Weg des Gewichtsverlusts, denn zum Beispiel ein 72,5kg schwerer Sportler kann innerhalb kürzester Zeit 2 kg verlieren.

 

   IV.  Anabole Steroide

a.       Theoretische Grundlage

Steroide werden nicht wie die vorher genannten Sedativa und Stimulantien während oder kurz vor einem Wettkampf eingenommen. Sie werden lange vorher als Trainingsunterstützung eingenommen. Steroide haben den sogenannten Testosteroneffekt, welcher unter anderem den Muskelaufbau fördert. Aus diesem Grund werden Steroide von mehreren Millionen Sportlern aller Altersklassen eingesetzt. Weil Steroide verschreibungspflichtig sind, gibt es in vielen Ländern einen florierenden Schwarzmarkt.

Anabole Steroide werden bei Muskelschwund und Osteoporose medizinisch sinnvoll eingesetzt. Im Anschluss an den zweiten Weltkrieg wurden sie zum Aufpäppeln des Muskelgewebes von Kriegsopfern eingesetzt. Sportler erkannten diese Wirkung und setzte das damals noch unveränderte Testosteron als Steroide ein.

 

Von den Rezeptoren in den Zellkern aufgenommene anabole Steroide initiieren den Prozess der Proteinbildung in den Muskelfasern[3]

 

Testosteron hat jedoch nicht nur eine anabole sondern auch eine androgene Funktion, wie zum Beispiel Bartwuchs und Stimmbruch. Diese ungewollten androgenen Nebeneffekte wurden von Chemikern durch die Veränderung des Testosteronmoleküls reduziert, jedoch nicht abgestellt.

 

Steroide haben physiologische und psychologische Effekte. Der offensichtlichste physiologische Grund für die Einnahme von Steroiden ist der Muskelaufbau während der Trainingsphase. Die besten Beispiele sind Bodybuilder und Gewichtheber, die ihre Kraft und Schnellkraft verbessern wollen. Anabole Steroide steigern jedoch auch die Produktion von roten Blutkörperchen, was positive Auswirkungen auf den Sauerstofftransport im Körper hat. Dies ist ein großer Vorteil für aerobe Ausdauerdisziplinen. Des weiteren steigern Steroiden angeblich die Erholungsfähigkeit nach einem intensiven Trainingstag.

Steroide fördern bei manchen Menschen die Aggressivität, was ein psychologischer Effekt ist, der auf die androgene Wirkung von Steroiden zurück zu führen ist.

 

b.       Die Einnahme von Steroiden und ihre Verschleierung

Wie schon im Vorrausgehenden genannt, finden Steroide bei Sportlern einen großen Zuspruch. Es gibt Statistiken von Sportverbänden, die besagen, dass mehr als 90 Prozent der Gewichtheber und Bodybuilder Anabolika einsetzen. Bei Kugelstoßern, Speer- und Diskuswerfern liegt der Prozentsatz bei ca. 70-80 Prozent. Weniger ist es bei Sprintern und Zehnkämpfern (ca. 40 bis 50 Prozent). Bei Ausdauersportlern liegt der prozentuale Anteil schätzungsweise bei 10 Prozent.

Bei Sportlerinnen ist der Anteil wesentlich geringer. Nur ca. 20 Prozent der Kraftsportlerinnen nehmen Anabolika ein und nur ca. 1 Prozent der Ausdauersportlerinnen.

 

Es gibt zwei Arten der Einnahme von Anabolika. Anadrol (Oxymetholon), Anavar (Oxandrolon), Dianabol (Methandienon), Maxibolin (Ethylesterenol) und Winstrol (Stanozolol) werden oral eingenommen.

Deca-Durabolin (Nandrolon Decakonat), Depo-Testosteron (Testosteron Cypionat), Durabolin (Nandrolon Phenylproprionat) und Primobolan-Depot (Methenolon Enanthat) werden per Injektion verabreicht.

Die normale medizinische Dosis liegt bei ca. 5 bis 10mg pro Tag. Manche Sportler nehmen jedoch 10 bis 300mg pro Tag, manche sogar bis zu 2000mg. Vereinzelt werden auch mehrere verschiedene Steroide gleichzeitig eingenommen oder die Dosierung der zugeführten Steroide wird progressiv gesteigert, was einen optimalen anabolen Effekt zur Folge haben soll.

 

Die Einnahme von Steroiden hat wie schon erwähnt verschiedene ungewollte Wirkungen auf den Körper, was die Einnahme von weiteren Medikamenten zur Folge hat. Darum werden Choriongonadotropine (HCG) eingenommen, um Atrophie der Hoden zu verhindern. Dazu werden auch gleich Antiöstrogene eingesetzt um bei Männern ein Wachstum von Brüsten zu verhindern. Dies hat jedoch eine Ansammlung von Körperwasser zur Folge, weshalb Diuretika eingesetzt werden. Folglich muss dem Körper wieder Kalium zugeführt werden um das im Urin ausgeschiedene zu ersetzten. Des weiteren nehmen Sportlerinnen das in Antibabypillen enthaltene Norethisteron um einen Dopingnachweis unmöglich zu machen.

  

c.       Die sportlich verbessernde Wirksamkeit von Anabolika und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken

Es wurden viele methodische Laboruntersuchungen über die Wirkung von Steroiden angestellt. Dabei wurde der Konsum an Steroiden, die Ernährung und das Training variiert. Allerdings wurden bald Gesundheitsrisiken, besonders bei großen Dosen, festgestellt. Nach diesen Erkenntnissen wurden nur noch mit Personen, die ohnehin Anabolika während des Trainings einnehmen, geforscht. Diese Freiwilligen, meistens Sportler, sprachen mit den Wissenschaftlern ihre Trainingsmethoden und ihre Einnahme von anabolen Steroiden ab. Forschungsziele waren neue Erkenntnisse in Bezug auf die Veränderung der Körperzusammensetzung, die Kraftgewinne, die Verbesserung der aeroben Ausdauer und die Verkürzung der Erholungsphase.

 

Ich möchte an dieser Stelle nur ein Versuchsergebnis darstellen, in dem das Anabolika dem Sportler (Gewichtheber) geholfen hat seine Körpermasse auf Grund von Muskelzuwachs zu vergrößern.

Neben der kontrollierten Einnahme von Anabolika absolvierte der Sportler jeden Tag sein Trainingsprogramm und nahm 2 g pro kg Körpergewicht Proteine zu täglich zu sich. Dies half den Steroiden ihre Wirkung ideal zu entfalten. Der Versuchssportler verzeichnete innerhalb von sechs Wochen eine Gewichtszunahme von mehr als fünf Prozent, welche nicht auf Fettzuwachs sondern auf eine Vergrößerung der Muskelfasern zurück zu führen ist. In den nächsten Wochen verzichtete der Sportler auf die Einnahme von Steroiden, doch behielt seinen Trainingsablauf wie gewohnt bei. Nach sechs Wochen war seine Körpermasse wieder fast auf Ausgangsniveau.

Dies soll die Wirkung von Steroiden auf den Muskelzuwachs dokumentieren, doch verbessern sie auch die Kraft?

Bei 50 Prozent der Laboruntersuchungen hat sich die Kraft positiv verändert. Bei einem 10- bis 15-Wochen Versuch, hat sich die maximale Leistung aus der Kniebeuge zu Heben um 9 kg verbessert. Versuchspersonen, die Placebos zu sich genommen haben, hatten keinen Kraftzuwachs. Bei dem oben genannten 6-Wochenversuch hat sich die Hebekraft des Gewichthebers erheblich verbessert.

 

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für eine vermehrte Produktion von roten Blutkörperchen und damit für die Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme des Körpers, was die aerobe Ausdauerleistung erhöhen würde. Des weiteren gibt es keine Forschungsergebnisse über eine Verkürzung der Erholungsphase von Langstreckensportlern.

 

Mit der Einnahme von Steroiden sind verschiedene Gesundheitsrisiken verbunden. Entdeckt und auf anabole Steroide zurückgeführt wurden diese meistens bei Patienten, die aus medizinischen Gründen Anabolika verschrieben bekommen haben. Viele Sportler ignorieren diese Nebenwirkungen oder sind ihrer Meinung nach immun gegenüber diesen.

Folgen von Anabolika können zum einen Veränderungen der körperlichen Erscheinung sein, welche bei Sportlern und Patienten nach kontinuierlicher Einnahme festgestellt wurden. Dies sind Akne, Ausfall des Kopfhaares, Zunahme der Körperbehaarung, Ödeme, Vergrößerung der Brust bei Männern und bei kleinen Kindern beiden Geschlechts sowie bei Frauen eine Verkleinerung der Brust, eine Vergrößerung der Klitoris und eine tiefere Stimme. Da Anabolika synthetische Hormone sind, unterdrücken sie verschiedene andere „natürliche“ Hormone im Körper. Bei Männern das Testosteron, was eine Verkleinerung der Hoden und eine verminderte Spermaproduktion zur Folge hat, dies wiederum steigert die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons, weshalb Brustwachstum einsetzt. Bei Frauen können hingegen Menstruationsstörungen auftreten.

Zusätzlich kann es zu Veränderungen der Persönlichkeit kommen, wie zum Beispiel eine Zunahme von Aggressivität. Diese Charakteränderungen sind von Person zu Person unterschiedlich.

Die eben genannten Veränderungen sind nicht sehr gravierend und zum großen Teil auch reversibel bei einer Einstellung der stroideinnahme. Doch bei Frauen und Kindern ist dies nicht immer der Fall und kann bei Frauen zu lebenslangen Folgeschäden und bei Kindern, die Steroide vor dem Eintritt in die Pubertät einnehmen, zu einem Schließen der Wachstumsfugen führen.

 

Es gibt jedoch noch weitere Gesundheitsprobleme, die von einigen Nebeneffekten der Steroide verursacht werden. Diese sind jedoch nur sehr medizinisch zu erklären, weshalb ich sie an dieser Stelle nur vereinfacht darstellen werde.

-          Steroiden können – wie schon erwähnt – zu einer Ansammlung von Körperwasser und damit auch Natrium führen. Dies hat eine Erhöhung des Blutdruck zur Folge und damit das Risiko auf Atherosklerose erhöht.

-          Steroide erhöhen damit das Risiko an Atherosklerose zu erkranken, was eine Hauptursache von Koronarerkrankungen und von Herzinfarkten ist.

-          Steroide können die Blutchemie verändern, was eine weitere Risikoerhöhung für Atherosklerose darstellt.

-          Die Gefahr für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wird durch eine langfristige Einnahme von Steroiden erhöht.

-          Steroide werden nach Tierversuchen auch in Verbindung mit Leberschäden wie Peliosis gebracht. Bei Peliosis bilden sich kleine bis große Blutsäckchen in der Leber, die platzen können.

-          Bei diesen Tierversuchen und bei späteren Tests mit Bodybuildern wurde herausgefunden, dass Steroide das Immunsystem unterdrücken und dadurch das Krebsrisiko (besonders Leber- und Prostatakrebs) nach langandauernder Stroideinnahme steigt.

Zu diesen durch Steroide begründeten Gesundheitsrisiken kommen noch die der anderen Drogen wie Diuretika, die von den Sportlern – wie oben erwähnt – parallel zur Verschleierung eingenommen werden.

 

d.       Rechtliche Aspekte

Die Anwendung anaboler Mittel ist auf Grund der genannten Gesundheitsrisiken vom IOC und auch von vielen anderen kleineren Sportverbänden verboten und daher ist ihre Anwendung beim Sport illegal.

Trotz dieses Verbots und vielmehr der Gesundheitsschäden werden Anabolika jedoch weiterhin von vielen Sportlern zur Verbesserung der kurzfristigen Leistung genommen und damit die langfristigen Schäden in Kauf genommen.

 

Eines der momentan bekanntesten anabolen Steroide ist Nandralon. Die Sportler Baumann und Leipold wurden der Einnahme dieser Substanz überführt.



[1] Vgl. WILLIAMS, Melvin H.: Rekorde durch Doping. S. 93

[2] Vgl. WILLIAMS, Melvin H.: Rekorde durch Doping. S. 101

[3] Vgl. WILLIAMS, Melvin H.: Rekorde durch Doping. S. 102

 

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