Sport an der FvS - Facharbeit Doping - Vorbildfunktion des Sportlers

3. Vorbildfunktion des Sportlers:

Dieses Kapitel möchte ich mit einem Zitat beginnen: „Doping zerstört die Vorbildfunktion von Spitzensportlern und die Identifikationsbereitschaft mit ihnen.“[1]

Darüber, dass ein Spitzensportler ein Vorbild für Jugendliche ist, brauche ich sicherlich nicht lange zu diskutieren. Es ist offensichtlich, dass ein D-Jugend-Fußballer gerne so sein möchte wie Lars Ricken, Andreas Möller oder früher wie Jürgen Klinsmann. Leichtathletik-interessierte Jugendliche wollten laufen können wie Dieter Baumann oder Katrin Krabbe.

Doch was ist, wenn diese Vorbilder dopen – sprich sie nehmen Drogen? Für Jugendliche kann dies ein Anlass sein, auch Drogen zu nehmen. Es braucht nicht nur der Grund zu sein, es kann sogar eine Art Legitimation werden.

Diese Vorbildfunktion bekam 1992 im „Fall Krabbe II“ einen juristischen Hintergrund in Form eines Dopingverbots. Unter anderem, weil die Sprinterin Katrin Krabbe und ihre Trainingskollegin ihre „Vorbildfunktion und Glaubwürdigkeit“ verloren hatten, „für einen sauberen Sport einzutreten“, wurden sie mit einer Wettkampfsperre belegt.[2]

Es gibt noch weitere derartige Beispiele, in denen die Vorbildfunktion von Spitzensportlern ein eher untergeordnete Rolle spielt. Als letztes und auch als sinnvollstes Beispiel möchte ich das Verbot von Marihuana bei olympischen Wettkämpfen nennen. Da die Handhabung von Marihuana in machen Staaten liberal ist, begründete der IOC-Vizepräsident das Verbot damit, ein Zeichen setzen zu wollen.

Mit dem Argument der Vorbildfunktion ließe sich noch viel mehr „Dopingmethoden“ verbieten. Alkohol und Nikotin um die bedeutendsten zu nennen, aber auch ein ausschweifendes Sexualleben oder Glückspiel könnte man als verbotene Methoden auf eine Doping-Liste setzten. Dieser absurde Gedanke lässt dich darin vollenden, dass Sportverbände ihren A-Kader-Athleten ein sittliches Leben, im Sinne eines guten Vorbildes für die jüngere Generation, vorschreiben bzw. abverlangen. Eine Begründung für diesen Satzungsparagraphen wäre, weil die Rockmusik versagt hat. Ich beende an dieser Stelle meinen Ausflug in die Phantasiewelt und weise noch ausdrücklich darauf hin, dass sich der Aspekt der Vorbildfunktion auf einem sehr schmalen Grad befindet. Jede Person hat andere Ansichten und vor allem andere moralische Grundsätze in ihrem Leben, die diese Vorbildfunktion in einem anderen Licht erscheinen lassen und andere Anforderungen an ein Vorbild stellen.

 

Spitzensportler sollen nicht nur großen Sport vollbringen, sondern auch als sittliche Vorbilder für die Jugend dienen. Durch das Dopingverbot erhält die pädagogische Rollenzuweisung der Spitzensportler beinahe Gesetzeskraft.[3]



[1] Zitat aus: Siebter Sportbericht der Bundesregierung 1991

[2] Zitate aus dem sportgerichtlichem Urteil

[3] Vgl. KRAUSS, Martin: Doping.

 

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