Sport an der FvS - Facharbeit Doping - Der Fairplaygedanke

4. Der Fairplaygedanke

Man könnte dieses Kapitel auch mit Sportphilosophie überschreiben. Fairplay oder Fairness ist nichts anderes als der freiwillige Verzicht von eigenen Vorteilen im Sinne des sportlichen Geistes des Spiels. ‚Fair’ von seiner etymologischen Herkunft betrachtet meint ‚sportlich, ehrlich’. Weitere Definitionen von Fairness beschreiben es, als die ethische Grundhaltung des Sportlers, Sieg und Niederlage sachlich zu verarbeiten, die Spielregeln einzuhalten, im Partner seinen Gegner zu sehen und nicht gleich den Feind sowie möglichst gleiche Chancen und Bedingungen für den sportlichen Wettkampf zu schaffen. Fairness ist also etwas edles bzw. nobles, was jeder Sportler haben sollte, aber leider in der Realität nicht hat.

 

Athleteninitiative gegen Doping, 1993[1]

 

Auf der anderen Seite gibt es auch Sportphilosophen, die den Hochleistungssport als ethikfreie Zone bezeichnen. Dies kommt daher, dass der Sport durch und durch von kapitalistischen Gedanken geprägt ist. Es geht schon längst nicht mehr nur um die Ehre und Anerkennung, sondern schon lange um Geldmacherei. Dabei sind nicht nur die Preisgelder gemeint, vielmehr die Sponsorengelder in Millionenhöhe (hierauf werde ich in dem Kapitel: ‚Ökonomie des Sports’ weiter eingehen). Es geht zwar nach wie vor um höher, schneller, weiter, aber die Mittel, um dies zu erreichen, sind egal. „Doping bildet keinen Verstoß gegen die Ethik des Sports. Der Hochleistungssport ist vielmehr eine weitgehend ethik- freie Zone.“[2] Gunter Gebauer argumentiert weiter, dass das Foul ein strategischer Zug sei, wenn die Folgen bei Unterlassung des Zuges größer seien. Die Logik des Sports sei so, dass ein Sportler einmal eine Rekordmarke vorlegen will, und um diese zu erreichen, beschneide er sich nicht selbst in den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.

Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was er für fair hält und wie weit er sich dem anpasst. Der Begriff Fairplay entstammt dem 19. Jahrhundert und spiegelt die damaligen Verhältnisse im Sport wider. Die heutige durchkapitalisierte Sportrealität ist jedoch mit dem moralischen Postulat vom Fairplay nicht mehr zu regulieren.



[1] Vgl. KRAUSS, Martin: Doping. S. 60

[2] Gunter Gebauer, Sportphilosoph, 1997

 

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