Sport an der FvS - Facharbeit Doping - Ökonomie des Sports

5. Ökonomie des Sports

Wie bereits zum Thema Fairplay erläutert geht es im Sport schon lange nicht mehr um die sportideologische Ehre. Vielmehr ist Spitzensportsport durch die zahlreiche Teilnahme der Presse in aller Welt, ein Markenartikel geworden. Die Arbeitskraft Spitzensportler setzt ihre Arbeit durch TV-Prämien, Eintrittsgelder und vor allem durch Werbeeinnahmen in Geld um. Der Spitzensport hat sich hierdurch zunehmend professionalisiert und die sportliche Leistung hat ein Niveau erreicht, auf dem sich die Rekordentwicklung merklich verlangsamt hat.

 

Sportfotografen bei der Arbeit[1]

 

Eine erste Folge für die Sportler ist, dass sie sich nicht mehr mit einem „richtigen“ Arbeitsplatz absichern, sondern sich dem Sport in einem ‚fulltime’ Job widmen. Sie sind nun abhängiger denn je von ihren sportlichen Erfolgen. Die Leistungen der einzelnen Sportler rücken immer mehr zusammen. Die Sportler fangen an, ihre Ziele zu verändern, sie wollen nur noch mit der Weltspitze mithalten können und sie nicht mehr schlagen. Vor diesem Hintergrund greifen die Athleten zu immer neuen und auch anderen Methoden, um die herkömmliche Trainingslehre zu ergänzen. Beispiele sind psychologische Maßnahmen, die Hinwendung zu esoterischen Entspannungstechniken und Wunderheilern oder auch zu Doping.

 

Man kann dieses Verhalten mit anderen Arbeitsplätzen vergleichen. Zum Beispiel ein Chefredakteur, der ständig „unter Strom“ steht und um seine Leistung zu verbessern nimmt er Aufputschmittel oder gar Kokain. Hört er irgendwann damit auf und seine Leistung verschlechtert sich, bekommt er Probleme mit seinem Vorgesetzten und es droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Ein nicht ganz so drastisches Beispiel stellt der „08/15 – Büroangestellter“. Wie viel Kaffee wird in deutschen Büros getrunken? Den Vergleich zu einem Sportler kann jeder für sich selber durchführen.

 

Ein Spitzensportler hat keine Möglichkeit sich dem ökonomischen Verhalten zu entziehen. Er muss seine sportliche Leistung ständig auf diesem höchstem Niveau halten. Dies ist damit verbunden, dass sein Wettkampfkalender immer voller wird, er ständig um die Welt reist und seine Regenerationsphasen ständig kürzer werden. Der Spitzenathlet lebt mit einem ständigen Jetlag. Nun kommt mal wieder Doping ins Spiel. Der Sportler verbraucht bei all diesen Anstrengungen mehr Energie als er durch Nahrung aufnehmen kann. Der Sportler ist mehr oder weniger gezwungen medizinisch notwendige Aufbaustoffe zu nehmen. Oft muss das Immunsystem auch zusätzlich gestärkt werden. Dies geschieht mittels Vitaminen. Es ist nun die Grauzone des Dopings erreicht. Bei Tennisspielern soll zusätzlich der Konsum von Marihuana verbreitet sein. Gründe sind erstens besser schlafen zu können und zweitens sich besser entspannen zu können.

 

Da es ökonomische Gründe für Doping gibt, gibt es auch ökonomische Lösungsansätze für das Dopingproblem. Einige Wirtschaftswissenschaftler, die selbst sportlich ambitioniert sind, haben Theorien entwickelt, wie man die ökonomischen Vorteile des Dopings eliminieren kann. Ich möchte nur ein Beispiel von Wolfgang Maenning, einem Ökonomieprofessor in Hamburg, nennen. Maenning schlägt höhere Geldbußen für Dopingsünder vor. Seine Begründung liegt darin, dass der Sportler bei seiner Kosten-Nutzen-Aufstellung einen höheren Nutzen bei Doping erhält. Wenn man das Bußgeld auf 300.000 DM setzen würde (bei einem zu erzielenden Preisgeld von 100.000 DM), wären die Kosten für einen durch geeignete Testverfahren überführten gedopten Sportler höher als dessen Nutzen.



[1] Vgl. KRAUSS, Martin: Doping. S. 85

 

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