Sport an der FvS - Facharbeit Doping - Schlusswort

6. Schlusswort

Die vorliegende Arbeit betrachtet verschiedene Aspekte des Themas „Doping“. Wie schon im Vorwort erwähnt kann man „Doping“ und die Gründe für „Doping“ nicht einfach mit einem Sachverhalt oder einer Person erklären.

 

Zusammenfassend lässt sich zum einen sagen, dass es für Spitzensportler sehr viele Möglichkeiten gibt, ihre Leistung illegal mit Hilfe von Medikamenten zu verbessern. Dies ist aber mit zahlreichen Nebenwirkungen und Spätfolgen verbunden. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass das Letztgenannte den kurzzeitigen Erfolg sehr deutlich überwiegt. Auch das Verbot von bestimmten Mitteln für Sportler bringt offensichtliche Schwierigkeiten mit sich. Wie ist es mit der Einnahme von Substanzen, die in der Gesellschaft alltäglich sind, wie Kaffee und Aspirin? Aber in anderen Kulturkreisen gibt es auch alltägliche Substanzen. Nur sind es dort Marihuana oder ein Kräuterextrakt.

 

Ein weiterer Punkt ist die Bekämpfung von Doping. Hierbei haben sich einige Besonderheiten herausgebildet, die in keinem anderen gesellschaftlichem Bereich toleriert würden: Die Intimsphäre von Sportlern wird verletzt, ihre Berufsfreiheit und Freizügigkeit eingeschränkt und etliches mehr.

Man könnte jetzt auf die Idee kommen, dass die Ursache des Dopings in der ständig steigenden Vermarktung der Sportler liegt und dass diese ihnen auch Vorteile bringt. Klar – die allgegenwärtige Vermarktung erhöht zwar die Verdienstmöglichkeiten der Sportler, verlangt ihnen aber mehr ab: Auszeiten zur Regeneration werden verkürzt, die Angst vor dem Versagen wächst, und der Wille, nichts unversucht gelassen zu haben, lässt viele zu Doping greifen.

 

Ich möchte noch zwei Zitate zum Thema Doping anbringen. Zum einen von Charlie Francis[1], der folgendes in einem Spiegelinterview im Jahre 1990 sagte: „Von 24 Athleten, die ich betreute, nahmen 10 Drogen, 14 nicht. Manche wollten manche nicht. Diese Entscheidung wurde weder von den Sportlern noch von den Trainern getroffen. Die Realität erforderte sie.“ Das zweite Zitat ist von dem Schweizer Radprofi Alex Zülle[2]: „Ich habe mich gefragt, warum nehme ich überhaupt Drogen? Ich konnte keine logische Antwort finden. Warum? Es ist Teil des Geschäfts.“ Es kann sich jetzt sicherlich jeder selber ein Bild über das Dopingproblem im Spitzensport machen.

 

Nun noch ein Kommentar der Bundesregierung, mit dem ich meine Facharbeit zum Thema Doping beenden möchte:

 

„Die Orientierung auf Erfolg und Leistung, die Erfolge selbst und gewachsene Erwartungen von Wirtschaft, Medien und öffentlicher Meinung haben manchen Spitzensportler und auch manche Betreuer zu Überlegungen in die falsche Richtung geführt. Die Bundesregierung zieht jedoch nicht jede Höchstleistung eines Athleten in Zweifel. sie ist vielmehr der festen Überzeugung, dass die weitaus überwiegende Zahl der deutschen Spitzensportler ihre Leistungen ohne verbotenen Mittel oder Manipulation erreicht hat bzw. in Zukunft erreichen wird.“[3]



[1] Charlie Francis ist Ex-Trainer von Ben Johnson

[2] Die Aussage ist aus dem Jahr 1998

[3] Aus dem siebten Sportbericht des Jahres 1991 der Bundesregierung

 

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