Freiherr-vom-Stein-Schule

Freiherr-vom-Stein-Schule

Gesamtschule mit gym. Oberstufe in Hessisch Lichtenau

Home » Time to say goodbye: Frau Rühlmann, Herr Möller, Frau Hillmann und Herr Wieders verlassen die FvSS
 

Time to say goodbye: Frau Rühlmann, Herr Möller, Frau Hillmann und Herr Wieders verlassen die FvSS

Am Ende dieses Schuljahres verließ uns Frau Rühlmann, die nach Südhessen versetzt wird. Teils erleichtert freute sie sich auf die Rückkehr in ihre „alte Heimat“ und die ihres Mannes, was sicher auch die Kinderbetreuung mit Hilfe der Eltern ein wenig erleichtern wird. Andererseits war sie aber auch sehr traurig, denn sie fühlte sich immer sehr wohl an der Freiherr-vom-Stein-Schule, an der sie besonders die gute Kooperation mit den SchülerInnen und den Sport- und BiologiekollegInnen schätzte. Im Lehrerzimmer verabschiedeten sich viele KollegInnen mit Bedauern von ihr, wünschten ihr aber auch einen guten Start in der neuen Schule.

Auch Frau Hillmann, ein Urgestein an der FvSS, verließ die Schule. In 42 (!) Jahren erlebte sie vier Schulleiter, etliche Reformen, Umstrukturierungen und Umbauten, begleitete viele Fenerationen von Schülerinnen und Schülern und traf sogar das Kind des einen oder der anderen ehemaligen Schülers im Unterricht wieder. Bis zum Schluss begeisterte sie sich für die Inhalte ihrer Fächer Mathematik und Deutsch. „Du hast nie einen Schüler klagen hören, dass er Mathe bei ihr nicht verstanden hat, dass sie es nicht 100 mal geduldig erklärt hätte,“ fasste eine Kollegin neulich zusammen, was Frau Hillmann im Unterricht eigentlich ausmache. In ihrer freundlichen Art hat sie es sicher geschafft, Brücken des Verstehens zu bauen für mathematisch begabte und nicht ganz so begnadete Schülerinnen und Schüler. Auf Fahrten war sie stets eine verlässliche und gesellige Kollegin und hatte als Klassenlehrerin stets ein offenes Ohr für „ihre“ SchülerInnen. Weit über das rein Berufliche hinaus hat sie sich engagiert für die Belange der Jugendlichen. Sie hatte nach eigener Aussage auch bis zum Schluss viel Freude an ihrer Arbeit und ging stets interessiert in jeden neuen Tag. Eigentlich ist die Schule ohne Frau Hillmann kaum denkbar. Ihre wohlverdiente Pension reißt nun eine schmerzliche Lücke, nicht nur bei ihren FachkollegInnen, sondern auch bei den Jugendlichen und im gesamten Kollegium.

Auch Herr Möller verlässt nach fast 27 Jahren die Kunstsäle in Richtung Ruhestand. Seine Fächer Kunst/ Werken, Ethik und Philosophie waren ihm stets nicht nur ein berufliches Anliegen, sondern man konnte wunderbar anregende Gespräche über die Verbindung unterschiedlichster Felder, Fächer und Fragestellungen mit ihm führen, was auch viele Jugendliche wussten und oft die gesamte Pause mit ihm im Klassenraum an den angerissenen Fragen weiterdachten und diskutierten. Herrn Möllers besonderes Anliegen sowohl im Unterricht, in der Kunst-AG als auch auf den jährlich stattfindenden Kunstaustauschfahrten mit Jugendlichen aus Osteuropa, war es, den SchülerInnen und Schülern einen eigenen Zugang zu künstlerischen (und ethischen) Fragestellungen zu eröffnen. Sie sollten nicht einfach auswendig lernen und reproduzieren, was sie gehört hatten, sondern es reflektieren und zu eigenen Schlüssen und individuellen, kreativen Lösungen kommen. Als verantwortlicher Planer der Berlinfahrten und der Austauschfahrten mit Polen bzw. Tschechien, sorgte er für unkonventionelle Eindrücke, Projekte, abwechslungsreiche Programme und akkurate Abrechnungen. Natürlich gönnen wir ihm sein Eintauchen in eigene künstlerische Tätigkeit, die neben der Schule nicht genug Raum und Zeit fand, aber wir bedauern überaus, mit ihm einen so strukturierten, freigeistigen, reflektierten und heiteren Kollegen zu verlieren.

Und nun, last but not least, verabschieden wir auch noch unseren Schulleiter Herrn Wieders, der nach 27 Jahren die Freiherr-vom-Stein-Schule verlässt. Über 20 Jahre war er davon in der Schulleitung und die letzten fünf Jahre unser Schulleiter. Nicht von ungefähr schreibt er in seiner Verabschiedung an die KollegInnen von seiner Identifikation mit der FvSS, lobt die Kollegialität der LehrerInnen untereinander, nennt die Freiherr-vom-Stein-Schule „seine“ Schule, die für ihn weit mehr als eine Arbeitsstätte war. Und das konnte man auch stets merken.
Dass er hier in einer Reihe mit den KollegInnen steht, ist also keine Respektlosigkeit oder Geringschätzung, nein, es ist typisch für sein Selbstverständnis, das stets gekennzeichnet war von Offenheit im Umgang, Kollegialität, freundlicher Zugewandtheit zu den SchülerInnen und Gesprächsbereitschaft mit den Eltern. Seine Aufgaben als Schulleiter waren sehr vielfältig und nicht immer nur angenehm, aber auch unbequeme Entscheidungen konnte er verständlich vermitteln. Und wenn man im Kollegium, z.B. auf Gesamtkonferenzen, anderer Meinung war als die Schulleitung, konnte dies fair ausgetragen und zu einer mehrheitlich akzeptierten Lösung geführt werden. Besonders in seinem letzten Dienstjahr und angesichts von Corona waren oft kurzfristige Entscheidungen gefragt. Oft war Herr Wieders in den letzten Wochen weit über die normale Dienstzeit hinaus in seinem Büro anzutreffen, um die von Kultusministerium und Schulamt gestellten Anforderungen auf die Schulsituation angepasst vernünftig umzusetzen. Dabei arbeitete er sehr gut mit den KollegInnen aus dem Schulleitungsteam zusammen. Überhaupt ist er ein guter „Teamplayer“, was sich u.a. im täglichen Miteinander, bei der Vorbereitung pädagogischer Tage, bei der Unterstützung der Organisation der Menschenkette im letzten Jahr und auch auf Studienfahrten zeigte. Stets war er zudem bereit neue Projekte, Ideen und Initiativen zu unterstützen, alles, was dem guten Ruf der FvSS nützen und der Bildung junger Menschen zuträglich sein konnte. Ein Schulleiter hat auch die Aufgabe, AbiturientInnen, Haupt- und Realschüler sowie KollegInnen zu verabschieden und in ihre nächste Lebensphase zu entlassen. Herr Wieders erinnerte dabei oft an das hohe Bildungsziel der „Schaffung mündiger BürgerInnen“, die kritisch und selbstbewusst ihren Weg gehen können. Seine Reden waren dabei stets klug, verständlich, humorvoll und ermutigend.
Natürlich ist das Kollegium traurig, dass dieser Schulleiter nun - wie die KollegInnen im Übrigen auch- ohne offizielle Entlassung verabschiedet werden musste, aber trotzdem gönnen wir ihm die Muße sich seinen Hobbys und der Liebe zu Frankreich zu widmen.

Eine offziellen Verabschiedungsfeier war dieses Jahr wegen der Pandemie nicht nur für unsere Abschlussklassen und Abiturienten nicht möglich, sondern auch bei den Lehrerinnen und Lehrer. Wir hoffen,sofern es Corona bis dahin zulässt, diese Verabschiedungsfeier zum Halbjahresende im Februar 2021 nachholen zu können und es wird interessant sein, zu erfahren, wie die KollegInnen das erste freie, halbe Jahr erlebt haben und welche ihrer Pläne und Hoffnungen sich umsetzen ließen.

Von Frau Rühlmann haben wir leider noch kein Bild. Das wird, ihr Einverständnis vorausgesetzt, nachgereicht.

Text: C.Seiler, Fotos: C.Seiler, M.Hillmann, E.Meyfarth

Link zum Artikel über den Abschied von Schulleiter Wieders in der HNA